Legationsrat DI Dkfm. Dr. Ernst Friedrich Krumhaar

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Ernst Krumhaar
Bild: DÖW

Personalia

Geboren:

21. August 1905, Wien

Gestorben:

18. Jänner 1977, Wien

Beruf:

Beamter

Verfolgung:

Haft 1942,
Widerstandskämpfer (unentdeckt)

Ehrungen:

Großes Verdienstkreuz der Republik Österreich

Mitgliedschaften

ÖCV:

K.Ö.St.V. Nibelungia Wien

Sonstige Mitgliedschaften:

Lebenslauf

Ernst Friedrich Krumhaar kommt in Wien als ehelicher Sohn des Rechnungsrats im Handelsministerium Friedrich Krumhaar und seiner Gattin Melanie, geborene Wondratschek, zur Welt. Er studiert nach der Matura zunächst an der Hochschule für Bodenkultur in Wien und schließt hier mit dem Titel Dipl. Ing. (agr.) ab. Anschließend inskribiert er an der Hochschule für Welthandel. Nach Beendigung dieses Studiums mit dem Titel Dkfm. beginnt er seine juristische Ausbildung, die er mit der Promotion zum Dr. iur. 1935 abschließt. 1931 tritt er der Studentenverbindung Nibelungia bei. Zum 1. Oktober 1936 wird er als Beamtenanwärter in den Vorbereitungsdienst für den Redaktionsdienst der Amtlichen Nachrichtenstelle (ANA) übernommen.

Am 12. März 1938 erlebt Ernst Krumhaar mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht den Untergang des freien und unabhängigen Österreichs. Unmittelbar nach der Besetzung Österreichs wird er am 14. April 1938 beurlaubt, erhält aber noch Bezüge. Mit dem 30. November 1938 wird er in den Ruhestand versetzt und ist zunächst als '§ 4 Beamter' im Staatsdienst tätig. Nach der 'Musterung zum Heeresdienst' am 16. Mai 1940 wird Ernst Krumhaar der Ersatzreserve II zugeteilt. Zwischen 1941 und 1943 leistet er bei der Marine seinen Wehrdienst ab. Während des Krieges arbeitet er als 'Beamter im Staatsamt für Volksernährung I Ministerialsekretär'. Er unterhält auch Kontakte zur Widerstandsgruppe Meithner-Kühnel um den Universitätsprofessor Dr. Karl Meithner (gestorben 13. Dezember 1942 in der Haft) und Otto Kühnel, der Verbindung zu kommunistischen Kreisen hergestellt hat. Am 16. Jänner 1942 wird Ernst Krumhaar deswegen wegen 'kommunistischer Betätigung' von der Gestapo einvernommen und erkennungsdienstlich behandelt. Er wird wegen 'Nichtanzeige eines Hochverrats' angeklagt, im Prozess aber freigesprochen.

Noch im Jahr der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik 1945 heiratet er Maria Kühlen, die Ehe wird 1948 jedoch annuliert. Er beginnt im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten zu arbeiten, wird Generalkonsul in Pressburg [Bratislava in der Tschechoslowakei] und im Anschluss diplomatischer Vertreter in Beirut im Libanon.

1966 tritt er in den Ruhestand. Ernst Krumhaar verstirbt mit 71 Jahren in seiner Wohnung und findet seine letzte Ruhestätte am Wiener Zentralfriedhof.

Orte

Wohnort:

Quellen

  • Krause, Peter/Reinelt, Herbert/Schmitt, Helmut (2020): Farbe tragen, Farbe bekennen. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Teil 2. Kuhl, Manfred (ÖVfStG, Wien), S. 189.

Wikipedia

Matricula Online

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Ernst Krumhaar

Beamter
NbW
* 21. August 1905
Wien
† 18. Jänner 1977
Wien
Haft, Widerstandskämpfer (unentdeckt)