Abg.z.NR a.D. RegR Franz Binder

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 12.03.1938 - 23.04.1938
Mitgliedschaften
ÖCV:
Lebenslauf
Franz Binder kommt in Rechnitz im Burgenland als ehelicher Sohn des Landwirts Johann Binder und Maria, geborene Tausz, zur Welt. [Anm.: Rechnitz lag zu dieser Zeit noch in Westungarn und hieß Rohonc] Nach dem Besuch der Volksschule absolviert er eine Maurerlehre und arbeitet kurz als solcher, bevor er seinen Militärdienst beim Feldkanonenregiment Nr. 13 in Ödenburg [heute: Sopron], letzter Dienstgrad Feldwebel, ableistet.
Danach tritt Franz Binder in den Dienst der Burggendarmerie in Wien ein und wird in der Folge Polizeibeamter in der Staatspolizei. 1921 bis 1922 ist ist er Mitglied der Verwaltungsstelle für das neue Bundesland Burgenland und engagiert sich bei Aufbau der Christlichsozialen Partei Burgenland, deren Landesparteileitung er von 1921 bis 1934 angehört. 1922 zieht er in den als Abgeordneter in den österreichischen Nationalrat ein. 1929 wird er Ehrenmitglied der Studentenverbindung Austro-Peisonia. Er heiratet die aus Schlesien stammende Susanne Gajdzica.
Zwischen 1927 und 1930 ist er darüber hinaus Landesleiter des burgenländischen Heimatschutzes. Er legt 1930 demonstrativ diese Funktion zurück, weil er nicht das sogenannte Korneuburger Gelöbnis ablegen möchte.
Nachdem er zwischen Dezember 1930 und Mai 1931 Bundesrat ist, zieht er danach wieder in den Nationalrat ein und bleibt in dieser Funktion bis einen Tag nach der Ausrufung der ständestaatlichen Verfassung am 1. Mai 1934. 1935 wird er Stellvertreter des Landesfeuerwehrkommandanten des Burgenlandes. Franz Binder dient bis zum 30. April 1937 in der Staatspolizei und tritt danach in den Ruhestand.
Am 12. März 1938 muss der überzeugte Österreicher und gläubige Katholik erleben, wie das freie und unabhängige Österreich mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht untergeht.
Noch am Tag der Besetzung Österreichs wird Franz Binder von der Gestapo verhaftet und bleibt bis 23. April 1938 in Haft. Die Haftbedingungen sind derart schlecht, dass er sich eine Herzmuskelentzündung zuzieht von der er niemals wieder komplett genesen wird. Er verstirbt mit 62 Jahren an Herzmuskelentzündung, Herzerweiterung und Herzwassersucht. Die Befreiung Österreichs erlebt er nicht mehr.
Seine Ehefrau Susanne Binder engagiert sich nach der Befreiung Österreichs in der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich. Sie verstirbt 1952 in Wien.
Orte
Wohnort:
Quellen
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Archiv ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich (KPV)
Biolex des ÖCV
Wikipedia unter de.wikipedia.org/wiki/Franz_Binder_(Politiker,_1881)
