Ludwig August Krausz-Wienner

Personalia
Geboren:
Gestorben:
Beruf:
Verfolgung:
Haft 29.10.1938 - 25.04.1945
Mitgliedschaften
Lebenslauf
Ludwig August Krausz entstammt einer oberungarischen Familie, die nach Wien zugezogen war. Er kommt als ehelicher Sohn des Prokuristen Ernst Viktor Krausz und seiner Gattin Helene Elisabeth, geborene Söldner, zur Welt. Er geht in Wien zur Schule, unterbricht diese aber 1922, um, über Vermittlung eines Bekannten, der russischen Wrangel-Armee, die als Teil der Weißen Armee im russischen Bürgerkrieg gegen die Kommunisten kämpft, beizutreten. Da aber der russische Bürgerkrieg unmittelbar danach endet, wird er nicht mehr eingesetzt, sondern kehrt in die Schule zurück und maturiert 1926 am Humanistischen Gymnasium. Danach inskribiert er Jus und Geschichte an der Universität Wien, bricht die Studien aber später ab. In dieser Zeit tritt er der Studentenverbindung Ottonen bei. 1930 legt er sich den Doppelnamen 'Krausz-Wienner' zu.
Ludwig Krausz-Wienner übt keine ständige berufliche Tätigkeit aus, sondern führt gelegentliche Aufträge vor allem familienkundlicher Natur für Bekannte aus. Später tritt er dem Wiener Heimatschutz und der Vaterländischen Front bei. Er arbeitet hier mit Hans Karl Frhr. Zeßner von Spitzenberg zusammen.
Ludwig Krausz-Wienner ist am Abend der Okkupation Österreichs bei der Vorstandssitzung der Ottonen im Hinterzimmer des Café Votiv anwesend, als diese beschließen, sich formal aufzulösen und in den Widerstand zu gehen. In der Gruppe Burian um Karl Burian ist er als 'Polizeichef' der legitimistischen Organisation innerhalb des Verwaltungskreises Wien, Nieder- und Oberösterreich vorgesehen. Darüber hinaus fungiert er als Kontaktmann zu Franz Freiherr Mac Ennis in Pressburg und Karl Fridiger in Prag.
Nach dem Verrat der Widerstandsgruppe wird Ludwig Krausz-Wienner am 29. Oktober 1938 von der Gestapo verhaftet. Er wird wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' angeklagt und in der Hauptverhandlung des Volksgerichtshofes vom 7. Dezember 1943 bis 9. Dezember 1943 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Von Wien wird er im Jänner 1944 ins Zuchthaus Straubing überstellt. Von dort werden sie aufgrund der heranrückenden amerikanischen Truppen am 25. April 1945 in Marsch gesetzt. In Laufe dieses Marsches kann er mit zwei Freunden in der Gegend von Freising fliehen und sich verstecken, bis die US-Army erscheint.
Bei Freising erlebt Ludwig Krausz-Wienner die Befreiung Österreichs und die Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945. Gesundheitlich von der schweren und langen Haftstrafe gezeichnet lebt er in Markt Dorfen im Landkreis Erding in Oberbayern. Zwischen 1948 und 1949 arbeitet er als Reporter am Flugplatz Erding, danach in unterschiedlichen Berufsbereichen, wobei er primär als Privatier lebt. Aus Bayern tritt er der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner für Österreich bei. Erst in den späten 1960ern kehrt er nach Wien zurück.

Am 9. Mai 1978 gründet Ludwig Krausz-Wienner den Verein 'Die ehemalige Widerstandsgruppe des Corps Ottonen', welcher bis 10. Mai 1985 besteht. Danach nennt sich der Verein 'Alt-Herren-Verband Corps Ottonen'. Nach dem Tod des Vorsitzenden Krausz-Wienner, des Schriftführers Joseph Tischler und des Kassiers Msgr. Joseph Pinzenöler wird der Verein am 9. November 1992 vom Sohn des letzten Seniors, Othmar Burian aufgelöst.
Orte
Wohnort:
Quellen
Prosl, Christian (2008): Tödliche Romantik. Das legitimistische akademische Corps "Ottonen" (Wien)
Wiener Stadt- und Landesarchiv (WStLA)
Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW)
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